Island und Grönland 2002

Karte von Nordeuropa
Wohin geht es?
Flagge von Island
Island
Flagge von Grönland
Grönland

Islands Hauptstadt Reykjavík

Im Jahr 2002 habe ich das Praxissemester für mein Studium auf Island verbracht. Ich bin am 07.04.2002 nach Island geflogen, habe dort 18 Wochen lang gearbeitet und bin die letzten drei Wochen noch einmal ganz um die Insel gefahren. Am 30.08.2002 mußte ich wieder nach Deutschland zurückfliegen.

Karte Nord-Atlantik
Karte Nord-Atlantik

Ein paar Worte zu meinem Auslandspraktikum: im Rahmen meines Studiums (Diplom-Bauingenieur) habe ich im 5. Semester in einem großen isländischen Ingenieurbüro in der Verkehrsabteilung gearbeitet. Neben einigen kleineren Projekten war das Hauptthema die Untersuchung aller isländischen Kreisverkehrsplätze. Die Atmosphäre unter den Mitarbeitern im Büro war überwältigend freundlich. Tägliches Mittagessen in der Cafeteria, ein großes Frühstück jeden Freitag, Veranstaltungen an einigen Abenden und die sommerliche Wochenendfahrt ins Hochland ergänzten das angenehme Alltagsleben bei Línuhönnun perfekt.

Während meines Praktikums habe ich in der Haupstadt Reykjavík gewohnt. Drei Minuten von der Wohnung entfernt lag der Berg Öskjuhlíð und der große Wassertank Perlan mit Aussichtsplattform und Restaurant. Im Zentrum Reykjavíks sind sowohl viele alte Häuser in allen Farbtönen, als auch einige moderne Bauten wie Rathaus oder Hallgrímskirkja zu sehen.

die Dächer von Reykjavík
die Dächer von Reykjavík
Hallgrímskirkja nach 22 Uhr
Hallgrímskirkja nach 22 Uhr
Stadtplan Reykjavík
Stadtplan Reykjavík
Wassertanks mit Aussicht: Perlan
Wassertanks mit Aussicht: Perlan
Blick vom Öskjuhlíð
Blick vom Öskjuhlíð
Schneewolke über Reykjavík
Schneewolke über Reykjavík

Reykjavík im Südwesten Islands hatte 2002 über 110 000 Einwohner, und die angrenzenden Städte haben noch einmal gut 70 000 Einwohner. Also leben fast zwei Drittel der isländischen Bevölkerung im Großraum Reykjavík.

Im Osten von Reykjavík liegt das Freilichtmuseum Árbæjarsafn, das die verschiedenen Siedlungsformen Islands vorstellt (Hafen, Bauernhof, Kleinstadt). Und am Rand der Hauptstadt beginnt bereits das weite karge Land mit all seinen Besonderheiten, zum Beispiel den farbigen Hügeln von Rauðhólar.

Freilichtmuseum Árbæjarsafn
Freilichtmuseum Árbæjarsafn
Strandpromenade Reykjavík
Strandpromenade Reykjavík
Rotfärbung in Rauðhólar
Rotfärbung in Rauðhólar
Nachbarstadt Mosfellsbær
Nachbarstadt Mosfellsbær

Esja und Þingvellir

Nicht weit von Reykjavík sind zwei interessante Orte zu sehen: der Tafelberg Esja und die historische Stätte Þingvellir.

Landkarte Island
Landkarte Island

Esja ist ein bis zu 901 Meter hoher Tafelberg. Er ist schon von weitem zu sehen und überragt Reykjavík und die Nachbarstädte im Nordosten. Bei meiner ersten Wanderung auf den Berg war es ziemlich stürmisch und frostig. Mein Aufstieg dauerte rund 1,5 Stunden. Der Ausblick aber ist grandios und reicht bis zum Gletscher Snæfellsjökull.

Esja Blick nach Snæfellsnes
Esja Blick nach Snæfellsnes
frostige Esja im Mai
frostige Esja im Mai
Blick von Esja nach Reykjavík
Blick von Esja nach Reykjavík

In Þingvellir tagte im Jahr 930 das erste Parlament der Welt. Jedes Jahr im Juni traf sich eine große Menschenmenge für zwei Wochen in der Schlucht Almannagjá und diskutierte, handelte und feierte. Diese Schlucht ist Teil der Kontinentalspalte zwischen Europa und Amerika. Jährlich gibt es Plattenbewegungen von rund vier Millimetern. Von der einen Kontinentalplatte auf die andere Platte hinunter stürzt der Öxará-Wasserfall.

Schlucht Almannagjá
Schlucht Almannagjá
Hof Þingvallabær in Þingvellir
Hof Þingvallabær in Þingvellir
Öxará-Wasserfall von oben
Öxará-Wasserfall von oben

Blaue Lagune und Krýsuvík

Ebenfalls nicht weit entfernt von der Haupstadtregion ist die Blaue Lagune (Bláa Lónið). Das überschüssige (zu kalte) Wasser eines Industriebetriebes für Hautpflegemittel, Heizungswasser und Stromherstellung wird in die Blaue Lagune geleitet. Auch bei Lufttemperaturen um Null Grad ist das Baden im warmen bis heißen Wasser sehr angenehm.

Bláa Lónið
Bláa Lónið
Warmes Wasser in schwarzer Lava
Warmes Wasser in schwarzer Lava

In der Nähe der Blauen Lagune liegt ein äußerst aktives Thermalgebiet: Krýsuvík. Dort haben oxidierte Gase bei Vulkanausbrüchen die Landschaft sehr farbig gestaltet. Noch heute treten Schwefeldämpfe aus der Erde und lassen Schlammtöpfe in verschiedenen Farbgebungen blubbern.

Thermalgebiet Krýsuvík
Thermalgebiet Krýsuvík
Naturfarben bei Krýsuvík
Naturfarben bei Krýsuvík

Geysir-Gebiet und Wasserfall Gullfoss

Der Große Geysir mit seiner sechzig Meter hohen Fontäne ist zur Zeit (2002) nicht aktiv. Anders aber der kleinere Strokkur, der alle fünf bis zehn Minuten seine 97°C heiße Fontäne rund fünfzehn Meter hochschickt. Es gibt in diesem Gebiet aber noch mehr zu sehen, zum Beispiel ruhige Quellen wie den Bláhver.

Strokkur: aktiv alle paar Minuten
Strokkur: aktiv alle paar Minuten
vorne: inaktiver Großer Geysir
vorne: inaktiver Großer Geysir
heiße Wasserhöhle Bláhver
heiße Wasserhöhle Bláhver

Der Wasserfall Gullfoss ist eine weitere Sehenswürdigkeit des sogenannten "Golden Circle" und besteht aus zwei schräg zueinander stehenden Stufen mit vierzehn und achtzehn Metern Falltiefe. Bei meinem ersten Ausflug im Mai war es "leicht frostig" und die Gischt gefror bei starkem Sturm an einer Felswand.

eisiger Gullfoss Anfang Mai
eisiger Gullfoss Anfang Mai
Gullfoss Mitte Juni
Gullfoss Mitte Juni

Wanderung von Skógar nach Þórsmörk

Große Wanderung in Süd-Island: Der sechzig Meter hohe Skógafoss ist der Abschluss von mehr als zwanzig Fallstufen des Flusses Skógá. Ein Wanderweg beginnt in Skógar und führt entlang des Flusses weiter über Fimmvörðuháls nach Þórsmörk. Links und rechts des Weges liegen die Gletscher Eyjafjallajökull und Mýrdalsjökull. (Der Seljalandsfoss dagegen liegt südwestlich des Eyjafjallajökull, wird hier aber auch schon mal gezeigt.)

Skógafoss
Skógafoss
hinter dem Skógafoss
hinter dem Skógafoss
Gluggafoss
Gluggafoss
Neðstifoss
Neðstifoss
Seljalandsfoss
Seljalandsfoss

Nach einer Übernachtung in der Berghütte Fimmvörðuháls bin ich am nächsten Tag weiter gewandert nach Þórsmörk. Die ganze Zeit hat mich eine skurile Landschaft begleitet: Gletscher, Schneefelder, Plateau- oder Spitzberge, tiefe Täler und viele Fels-, Stein- und Sandwüsten. Eine in Mitteleuropa unbekannte Landschaft.

Landkarte Skógar - Þórsmörk
Landkarte Skógar - Þórsmörk

Þórsmörk ist ein sehr beliebtes Wander- und Campinggebiet der Isländer. Es liegt im Windschatten dreier Gletscher und hat deshalb sein eigenes Wetter. Sogar kleine Wälder gibt es dort. Und genug Gipfel zum Besteigen.

Berghütte Fimmvörðuháls
Berghütte Fimmvörðuháls
Grat zwischen zwei Gletschern
Grat zwischen zwei Gletschern
Plateau Morinsheiði
Plateau Morinsheiði
Goðaland in Þórsmörk
Goðaland in Þórsmörk
Mýrdalsjökull Gletscherzunge
Mýrdalsjökull Gletscherzunge
Eyjafjallajökull vom Valahnúkur gesehen
Eyjafjallajökull vom Valahnúkur gesehen

Fjallabaksleið - hinter den Bergen

Nördlich des Mýrdalsjökull liegt eine weitere sehr abwechslungsreiche Landschaft mit schwarzen Staubwüsten, farbig eingerahmten Wasserfällen und vielen Merkmalen vulkanischer Aktivitäten. Die Spalte Eldgjá ist mit dreißig Kilometern Länge die größte Eruptionsspalte der Erde. Sie ist teilweise 200 Meter tief und 600 Meter breit. An einer Stelle stürzt der Ófærufoss in die Spalte.

abgelegener Axlarfoss
abgelegener Axlarfoss
größte Eruptionsspalte der Erde: Eldgjá
größte Eruptionsspalte der Erde: Eldgjá
Markarfljót - Waldfluss
Markarfljót - Waldfluss
kleiner Gullfoss: Silvurfoss
kleiner Gullfoss: Silvurfoss

Wasser in der Wüste: Landmannalaugar

Mitten in der Steinwüste des Hochlands zwischen bunten Bergen und unendlichen Lavafeldern liegt Landmannalaugar mit seinen heißen Thermalquellen. Ein heißer Bach vermischt sich mit etwas kühlerem Wasser und ergibt so eine optimale Badetemperatur – und das zu jeder Uhr- und Jahreszeit und bei jedem Wetter. Ein Paradies für erschöpfte Wanderer.

Liparitberge in Landmannalaugar
Liparitberge in Landmannalaugar
heiße Quellen speisen den warmen Bach
heiße Quellen speisen den warmen Bach
Oase in der Lavawüste
Oase in der Lavawüste

Kerlingarfjöll im Hochland

Kerlingarfjöll ist ein Vulkanmassiv nahe des Hofsjökull. Die Berge sind bis zu 1477 Meter hoch und sehr farbenfroh. Gesteinszersetzende Schwefeldämpfe haben den Rhyolith noch weiter verfärbt. Wir waren dort zum Sommeranfang als die Sonne nur für wenige Minuten unterging und es auch nachts noch sehr hell war.

Gipfel im Kerlingarfjöll
Gipfel im Kerlingarfjöll
Blick nach Norden
Blick nach Norden
um Mitternacht
um Mitternacht

Snæfellsnes-Halbinsel und Stykkishólmur

Im Westen Islands zwischen Reykjavík und den Westfjorden liegt die Halbinsel Snæfellsnes mit dem Gletscher Snæfellsjökull an der Spitze. An der Südküste bei Arnarstapi gibt es die verschiedensten Basalt-Formationen, wie das Tor Gatklettur. Weiter westlich ist der schwarze Kieselstrand Djúpalónssandur auf jeden Fall einen Besuch wert. Das Ziel dieses Ausflugs, der Gletscher selbst, lag aber während unseres gesamten Aufenthaltes immer in den Wolken, während rings herum die Sonne schien.

Landkarte Snæfellsnes
Landkarte Snæfellsnes
Djúpalónssandur Strand
Djúpalónssandur Strand
Basalttor Gatklettur
Basalttor Gatklettur
Basaltbrücke
Basaltbrücke

Im Nordosten der Halbinsel liegt die gemütliche Kleinstadt Stykkishólmur am Breiðafjörður. Von dort fährt die Fähre "Baldur" zur Insel Flatey und weiter in die Westfjorde hinüber.

Breiðafjörður
Breiðafjörður
auf der Insel Flatey
auf der Insel Flatey
Hafen Stykkishólmur
Hafen Stykkishólmur

Beginn Rundfahrt - vom Wassserfall Glymur zum Goðafoss

Beginn der zehntägigen Rundreise auf der Ringstraße Nummer 1: Etwas versteckt am Ende des Hvalfjörður liegt Islands höchster Wasserfall, der Glymur mit 190 Metern Falltiefe. Weiter nördlich liegen die Lava-Wasserfälle Hraunfossar: viele Quellen treten unter einem Lavafeld hervor.

höchster Wasserfall Glymur
höchster Wasserfall Glymur
Lavawasserfälle Hraunfoss
Lavawasserfälle Hraunfossar

Im Norden am Skagafjörður befinden sich der See Miklavatn und die Torfkirche in Gröf. Die grasbedeckte Kirche stammt aus dem 17. Jahrhundert und hat 1,5 Meter dicke Mauern aus Torf. Der umliegende Friedhof ist kreisrund.

Torfkirche in Gröf
Torfkirche in Gröf
Miklavatn
Miklavatn

Hinter Akureyri stürzt sich an der Ringstraße der Goðafoss zwölf Meter in die Tiefe.

Goðafoss
Goðafoss

Von Húsavík zum Dettifoss

In Húsavík starten mehrmals täglich Holz- und Stahlkutter zu Walbeobachtungstouren. Neben Zwergwalen sind auch oft Delphine zu sehen, manchmal auch Buckelwale. Ein Besuch im Whale-Center im Hafen sollte nicht vergessen werden.

Hafen in Húsavík
Hafen in Húsavík
Halbinsel Tjörnes
Halbinsel Tjörnes

Der Fluss Jökulsá á Fjöllum nimmt seinen Weg vom Vatnajökull quer durch das Hochland zur Nordküste. Früher formte er das geschützte Tal Ásbyrgi, das aus der Luft wie ein Hufeisen aussieht. Dort befindet sich auch einer der größten Wälder mit den höchsten Bäumen Islands.

Hufeisenförmiges Tal Ásbyrgi
Hufeisenförmiges Tal Ásbyrgi

Landeinwärts liegt Europas wasserreichster Wasserfall, der Dettifoss. Das trübe Wasser fällt auf einer Breite von hundert Metern 44 Meter in die Tiefe. Der Basalt-Cañon auf beiden Seiten sieht sehr karg und unwirklich aus.

Europas wasserreichster Wasserfall: Dettifoss
Europas wasserreichster Wasserfall: Dettifoss
Fluss im Jökulsárgljúfur
Fluss im Jökulsárgljúfur

Mývatn-Gebiet

Der See Mývatn ist bekannt für seine Mücken, die aber eher nerven als zu stechen. Im Süden gibt es einige Pseudokrater bei Skútustaðir, die beim Zusammentreffen von Lava und einem Sumpfgebiet entstanden sind. Auch an vielen anderen Stellen östlich des Sees ist der Einfluss der Lava sichtbar, besonders in Dimmuborgir (dunkle Stadt).

See Mývatn auf Höfði
See Mývatn auf Höfði
Pseudokrater Skútustaðir
Pseudokrater Skútustaðir
Landkarte Mývatn
Landkarte Mývatn

Nordöstlich des Sees liegt eine warme Lagune, die ähnlich der Blauen Lagune eigentlich ein Abwassersee eines Industriebetriebes ist (aber freier Zutritt). Hinter dem Berggrat des Hverarönd befindet sich das Solfatarengebiet Námaskarð mit vielen Schlammtöpfen und Schwefelquellen.

Solfatarengebiet Námaskarð in Hverarönd
Solfatarengebiet Námaskarð in Hverarönd
Mývatn Heiße Lagune
Mývatn Heiße Lagune

Askjatour und Ostfjorde

Von Reykjahlíð am Mývatn fährt ein Hochlandbus nach Süden in die Lavawüsten. Vorbei geht es am Herðubreið. Diese "Königin der isländischen Berge" ist ein 1682 Meter hoher runder Tafelberg, der sehr symmetrisch aussieht.

Königin der isländischen Berge - Herðubreið
Königin der isländischen Berge - Herðubreið
Gletscherstrom im Basalt
Gletscherstrom im Basalt

Ziel der Tagestour ist aber die Caldera Askja mit 40 km² Fläche. Am Rande eines großen Sees liegt der kleinere Explosionskrater Víti. Er ist erst 1875 entstanden, als zwei km³ Bimsasche in rund 24 Stunden bis in die Atmosphäre geschleudert worden sind.

Askja Víti
Askja Víti
Schlucht Drekagil
Schlucht Drekagil

Im Südosten von Island liegen die Ostfjorde. Viele einzelne Fjorde reichen bis tief in das Land hinein. Und die Straßen folgen immer den Küstenlinien in das Land hinein und wieder zum Atlantik heraus. In Seyðisfjörður startet das Schiff "Norröna" wöchentlich nach Tórshavn (Färöer), Bergen (Norwegen) und Hanstholm (Dänemark).

Ostfjorde
Ostfjorde
Seyðisfjörður
Seyðisfjörður

Vatnajökull und Südküste

Der Vatnajökull ist mit 8300 km² Fläche der mit Abstand größte Gletscher Europas. Dutzende Gletscherzungen reichen in alle Himmelsrichtungen in die Täler hinunter. Und dann gibt es auch noch einige Gletscherseen wie Jökulsárlón oder Fjallslón, in die der Gletscher mit lautem Getöse kalbt. Diese Seen sind voller Eisberge, die auf ihrem Weg in den Atlantik allmählich immer weiter abschmelzen.

schwarze Atlantikküste
schwarze Atlantikküste
Landkarte Vatnajökull
Landkarte Vatnajökull
Gletschersee Jökulsárlón
Gletschersee Jökulsárlón
Gletschersee Fjallslón
Gletschersee Fjallslón

Der bewaldete Nationalpark Skaftafell und der Svartifoss (Wasserfall über einer Basaltkaskade) sind nicht weit vom höchsten Gipfel Islands entfernt, dem Hvannadalshnúkur unter dem Öræfajökull mit 2119m.

bei Skaftafell
bei Skaftafell
Basalt am Svartifoss
Basalt am Svartifoss

Dyrhólaey (die Türhügelinsel) ist das Südkap Islands. Auch dort ist wieder die typische schwarze Basaltküste zu finden.

Türhügelinsel Dyrhólaey
Türhügelinsel Dyrhólaey

Ausflug nach Ost-Grönland, Insel Kulusuk

An einem langen Wochenende bin ich für vier Tage von Reykjavík nach Grönland geflogen (auf dänisch: Grønland, Inuit-Sprache: Kalaallit Nunaat). An der Ostküste Grönlands liegt die Insel Kulusuk mit der gleichnamigen Siedlung. Der Flughafen und ein Hotel liegen einige Kilometer abseits des Dorfes, bieten aber fast die einzigen Arbeitsplätze für die hiesige Bevölkerung. Im Dorf selbst gibt es einen guten Supermarkt und ein Souvenir-Shop.

aus dem Flugzeug
aus dem Flugzeug
Landkarte Ostgrönland
Landkarte Ostgrönland
Blick von einem Berggipfel
Blick von einem Berggipfel
Nebel und Berge
Nebel und Berge

Kulusuk ist eine der äußeren Inseln in Ost-Grönland südlich des Polarkreises. Das Inlandeis ist hinter den hohen Bergen nicht zu sehen. Dafür aber der Gletscher an der gegenüber liegenden Küste. Der gesamte Sund vor dem Dorf war auch Anfang August noch mit tausenden Eisbergen und -schollen bedeckt. Je nach Wind und Tide trieben diese auf den Atlantik heraus oder in den Sund und die Buchten hinein.

ein Friedhof in Kulusuk
ein Friedhof in Kulusuk
Nebel vom Atlantik
Nebel vom Atlantik

In Kulusuk leben rund 300 Inuit ("grönländische Ureinwohner"). Eine isländische Familie betreibt in einem der üblichen Holzhäuser die kleine Jugendherberge. Sie besteht aus zwei Schlafräumen, einer Küche mit Esstisch und einer Trockentoilette. Der Ofen wird mit Benzin betrieben und ist abenteuerlich laut und nichts für Ängstliche.

Landkarte Insel Kulusuk
Landkarte Insel Kulusuk

Im Zentrum von Kulusuk ist neben dem Supermarkt und dem Tourishop auch das Gemeinde-/ Gemeinschaftshaus zu erwähnen, da dort die vielleicht einzige, zumindest öffentliche Dusche in Kulusuk steht. Aus dem Duschraum (gegen eine geringe Gebühr) hinaus besteht ein direkter Blick auf den eisbergbedeckten Sund. Die einzelnen Häuser in Kulusuk haben oft keinen Wasseranschluß, da im felsigen Untergrund keine Wasserleitungen verlegt werden können und deshalb die Frostsicherheit fehlt. Überall im Ort sind aber automatische Pumpen zu finden.

Kulusuk
Kulusuk
Kulusuk von nahen Bergen
Kulusuk von nahen Bergen
Trinkwassersee
Trinkwassersee
Jugendherberge
Jugendherberge
bunte Holzhäuser
bunte Holzhäuser

Fazit

Island ist eines der teuersten Länder Europas. Hier erstmal die wenigen Dinge, die billiger sind als in Deutschland: Telefonieren mit isländischen Handys, Diesel, Röstzwiebeln und alle Arten von Wasser: das Glas Wasser ist im Restaurant gratis/ Warme Freibäder kosten nur 200 ISK (ca. 2,40 Euro im Jahr 2002).

Nun ein paar Preisbeispiele aus der mit Abstand billigsten Supermarktkette "Bónus" (in Euro): 2 Liter Saft 3,50/ 1 Liter Milch 0,90/ Margarine 1,40/ kleine Kekspackung 1,20/ weiches Weißbrot 1,30/ 12 Eier 2,30/ 150gr Schinken 2,10/ Tiefkühlpizza 3,50/ 1,5 kg Waschpulver 6,-/ 8 Rollen Toilettenpapier 4,-. In allen anderen Supermärkten müssen auf diese Preise noch 20 bis 50% aufgeschlagen werden.
PS: Ein halber Liter Finlandia-Wodka kostet im staatlichen Geschäft 22,- Euro.

Auf Grönland sind die Lebensmittelpreise noch etwas höher als in Island, da wirklich alles von weit her (bei jedem Wetter) importiert werden muss. Auch die Kosten für die Unterkunft sind kein Schnäppchen.

Das entscheidende Hindernis, das gegen eine Reise nach Island und/oder Grönland spricht, bleibt aber oft schon der Flugpreis (Stand: 2002). Normale Flüge mit Icelandair nach Island kosten rund 1000,- Euro. Im Sommer gibt es aber auch Touristenflieger für unter 300,- Euro. Ein Flug von Island nach Grönland und zurück kostet über 500,- Euro.

Island und Grönland? Mehr als nur eine Kurzreise!